Regeln
So funktioniert der Wettbewerb
Wer kann sich beteiligen?
Teilnehmen können alle Schüler*innen der sechsten Klassenstufe in Deutschland.* Der Wettbewerb wird auf den ersten Etappen (Klassen- und Schulentscheide) von den Schulen organisiert. Eine Teilnahme für Einzelpersonen ohne teilnehmende Schule ist leider nicht möglich.
*Sollte es in der teilnehmenden Schule keine festen Klassenstufen geben (bspw. in Förderschulen) so müssen die teilnehmenden Kinder zum Start im Herbst zwischen 10 und 13 Jahre alt sein.
Welche Stationen gibt es?
Der Wettbewerb startet mit den Klassen- und Schulentscheiden und verläuft danach über Stadt- / Kreisebene, Bezirksentscheide (außer in Hamburg, Bremen und Saarland) bis zu den Landesentscheiden und anschließendem Bundesfinale.
Wie werden Schüler*innen zum Vorlesewettbewerb angemeldet?
Die besten Vorleser*innen werden zunächst innerhalb der Klasse, anschließend auf Schulebene ermittelt. Für diese schulinternen Runden ist noch keine Anmeldung beim Vorlesewettbewerb notwendig. Erst die Schulsieger*innen werden von der Lehrkraft bis zum 15. Dezember über diese Webseite gemeldet, um an den regionalen Wettbewerben teilnehmen zu können.
Dabei gilt:
- Jede Schule kann eine*n Schulsieger*in für die Teilnahme am Regionalentscheid online anmelden. Registrierung für Lehrer*innen hier...
- Schulen mit mehr als 200 Teilnehmer*innen in der sechsten Klassenstufe dürfen zwei Sieger*innen melden.
- Inklusiv ausgerichtete Schulen können ebenfalls zwei Siegerkinder melden: eine*n Regel- und eine*n Förderschüler*in. Mehr dazu auch unter Downloads
- Anmeldung der Schule nur online auf dieser Seite (ab Mitte Oktober!) – Meldeschluss: 15. Dezember!
Buchauswahl und Vorlesen
Buchvorstellung
Zum Einstieg nennen die Kinder Autor*in und Titel ihres Buches und erklären kurz, wovon es handelt sowie den Zusammenhang zum vorbereiteten Textabschnitt.
Nicht gemeint ist eine ausführliche Buchvorstellung wie im Deutschunterricht. Die Vorstellung soll nicht mehr als ein paar wenige Sätze umfassen.
Die Buchvorstellung zählt nicht zur Lesezeit und fließt nicht in die Bewertung ein.
Wahltext
Jedes Kind liest 3 Minuten aus seinem Wahltext vor. Folgende Regeln gelten für den Wahltext:
- altersgemäßer, erzählender Kinder- oder Jugendroman
- in deutscher Sprache
- Nicht zugelassen sind Schullesebücher, Sachbücher, Anthologien, Comics, Lyrik, Kurzgeschichten, Mundart- und Theaterstücke. Auch selbstgeschriebene Texte sind nicht erlaubt.
- Hinweis zu Comicromanen: Hier ist entscheidend, ob eine zusammenhängende dreiminütige Textstelle vorgelesen werden kann.
- Der Textabschnitt darf nicht zusammengestrichen, ergänzt oder auf sonstige Art verändert sein.
- es muss sich um ein Buch handeln, keine losen / kopierten Blätter
- E-Book-Reader dürfen benutzt werden, vorausgesetzt es handelt sich um ein originales, handelsübliches E-Book. Aber: Wenn technische Probleme den Vortrag unterbrechen oder verhindern, kann der Beitrag unter Umständen nicht gewertet werden.
Auf jeder nachfolgenden Ebene muss ein*e andere*r Autor*in ausgewählt werden. Es darf auch nicht nochmals aus der gleichen Buchreihe oder Serie gelesen werden
Fremdtext
Ein Text wird von den jeweiligen Organisatoren des jeweiligen Entscheids vorgegeben.
- Idealerweise lesen alle Teilnehmer*innen reihum fortlaufend aus einem Buch vor. Möglich ist aber auch, dass alle denselben Textabschnitt vorlesen. Dabei müssen allerdings die Kinder, die noch nicht an der Reihe waren, in einem Nebenraum warten, damit niemand die Textstelle schon vor dem Lesen gehört hat.
- Die Lesedauer pro Kind beträgt rund zwei Minuten.
Bei einer hohen Teilnahmezahl ab etwa 13 Kindern steht es den Organisatoren frei zu entscheiden, ob der Fremdtext von allen Kindern gelesen wird oder nur von denjenigen, die in die engere Wahl kommen. Dies sollte zu Beginn der Veranstaltung bekanntgegeben werden.
Bewertung
Wer bewertet?
- Bei Klassen- und Schulentscheiden: Mitschüler*innen und Lehrkräfte, gerne auch externe Juror*innen.
- Bei regionalen Wettbewerbsveranstaltungen: Eine unabhängige Jury, die der örtliche Ausrichter zusammenstellt.
- Die Entscheidung der Jury ist nicht anfechtbar. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Es besteht kein Anspruch auf Wiederholung von Wettbewerbsveranstaltungen.
Wie wird bewertet?
Die Beurteilung der Vorlesebeiträge wird anhand der Bewertungsgrundsätze mithilfe des Bewertungsbogens vorgenommen. Für jedes der drei Bewertungskriterien (Lesetechnik, Interpretation und Textstellenauswahl) kann jedes Jurymitglied bis zu 5 Punkte vergeben. Das Kind mit der höchsten Punktzahl gewinnt.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Es besteht kein Anspruch auf Wiederholung von Wettbewerbsveranstaltungen.
Was passiert bei Punktegleichstand?
Die Jury stimmt ab. Sollte auf diesem Weg keine Entscheidung getroffen werden können, entscheidet ein Stechen oder das Los.
Es kann nur ein Kind weiterkommen. (Ausnahmen gibt es in Bremen und bei den meisten Bezirksentscheiden.)
Die Nichteinhaltung der Regeln kann zum Ausschluss aus dem Wettbewerb führen.
Vorlesetipps
Tipps für Teilnehmer*innen
Nur keine Angst – wer gerne liest, kann meist auch gut vorlesen. Mit dem richtigen Text, etwas Übung und ein paar Tipps und Tricks gelingt der Auftritt bestimmt.
Text aussuchen
Du kannst den Vorlesewettbewerb nutzen, um deine Lieblingsbücher vorzustellen oder neue zu entdecken.
Beachten musst du dabei nur:
- Lies aus einem Roman vor, am besten aus einem Kinder- oder Jugendbuch, das dich interessiert und begeistert. Nicht erlaubt sind Schullesebücher, Sachbücher, Anthologien, Lyrik, Comics, Mundart- und Theaterstücke sowie von dir veränderte oder selbst verfasste Texte. Nur Bücher sind erlaubt (gedruckt oder digital), keine Kopien, lose Blätter oder Einzelseiten.
- Wenn du einen E-Book-Reader benutzt, muss das E-Book ein Original sein. Kopien und Auszüge sind nicht erlaubt. Und Achtung: Wenn technische Probleme mit dem Gerät auftreten, z.B. ein leerer Akku, ein Systemabsturz o.ä., kann dein Vortrag unter Umständen nicht gewertet werden.
- Wer weiterkommt, muss in jeder folgenden Runde aus dem Buch eines/einer anderen Autor*in vorlesen. Auch Titel aus der selben Reihe oder Serie dürfen nicht zweimal gewählt werden, selbst wenn sie von unterschiedlichen Autor*innen verfasst sind.
- Wähle den Textausschnitt so, dass du etwa drei Minuten lang liest. Der Abschnitt sollte in sich verständlich sein, auch für Zuhörer*innen, die das Buch nicht kennen.
- Falls du Büchertipps suchst, lass dich in einer Buchhandlung oder Bibliothek beraten oder frage Freunde und Bekannte! Besondere Buchempfehlungen stellen wir in den Lesetipps vor. Wenn du wissen willst, welche Bücher in den letzten Jahren besonders häufig vorgelesen wurden, schau in den Buchhits nach.
Üben und vorbereiten
Wichtig ist vor allem, dass du ein Buch und einen Ausschnitt wählst, der den Kriterien entspricht und der dir gefällt. Du solltest das ganze Buch und deine Textstelle gut kennen. Außerdem kannst du üben, Texte vorzulesen, die du noch gar nicht kennst.
- Probiere vorher aus, ob du deinen Textabschnitt in der vorgegebenen Zeit vorlesen kannst. Auf die Sekunde genau muss es zwar nicht sein, aber es wäre schade, wenn die Jury unterbrechen müsste, bevor du deine vorbereitete Passage zu Ende lesen konntest.
- Studiere den Text nicht allzu sehr ein! Gut vorlesen bedeutet nicht, übertriebene schauspielerische Darbietungen vorzuführen; ebenso wenig wie auswendiges Abspulen von Sätzen. Entscheidend ist, dass du deinen Textabschnitt flüssig beherrschst, die richtige Betonung findest und möglichst ungekünstelt die Atmosphäre der Geschichte vermitteln kannst.
- Bevor du mit dem Vorlesen beginnst, nenne Autor*in und Titel deines Buches und erkläre kurz wovon es handelt, damit das Publikum die Zusammenhänge in deinem Textabschnitt versteht. Dass du das Buch vollständig gelesen hast, wird natürlich vorausgesetzt.
Gut vorlesen
Beim Wettbewerb liest du den Text vor, den du selbst ausgewählt und vorbereitet hast. Zuvor nennst du Titel sowie Autor*in deines Buches und erklärst kurz, worum es darin geht. In den meisten Entscheiden liest du außerdem einen Fremdtext vor, den du noch nicht kennst.
Die Bewertungskriterien beim Vorlesewettbewerb sind:
- Lesetechnik, das heißt, sicher und flüssig vorlesen, mit deutlicher, gut verständlicher Aussprache, angemessenem Tempo und sinnvoller Betonung.
- Interpretation, hier wird bewertet, ob du die Stimmung des Textes erfassen und an das Publikum weitergeben kannst. Dazu gehört, dass du dich in das Geschehen hineinversetzt und es überzeugend zum Ausdruckbringst. Damit ist nicht gemeint, einen Text auswendig einzustudieren oder schauspielerisch zu übertreiben.
- Textauswahl (nur beim Wahltext, den du vorher kennst). Hier geht es darum, dass du einen passenden Textausschnitt ausgewählt hast, dessen Anfang und Ende das Publikum verstehen kann.
Die Jury achtet auch darauf, dass du die Lesezeit von gut drei Minuten nicht überziehst.
“Gutes Vorlesen ist eben, wenn sich keiner langweilt“ – sagt ein Profi, der es wissen muss. Rufus Beck, einer der bekanntesten Hörbuchsprecher, verrät euch seine speziellen Vorleseregeln, hier als pdf:
Tipps zum Vorlesen von Rufus Beck
So reißt du die Zuhörer*innen mit
Gutes Vorlesen heißt, eine Geschichte für das Publikum zum Leben zu erwecken. Das geht am besten, wenn du entspannt und konzentriert bist und in den Text eintauchst.
Wenn du nervös bist, nimm dir Zeit, um tief durchzuatmen oder einen Schluck Wasser zu trinken. Lies nicht zu schnell – das Publikum soll dir ja folgen können.
Versetze dich in die Stimmung des Textes und in die Personen der Handlung hinein. Wenn du dich selbst vom Text mitreißen lässt, wird es dem Publikum genauso gehen.
Lampenfieber?
Das ist im Wettbewerb nichts Ungewöhnliches. Versuche trotzdem möglichst ruhig zu bleiben und nicht vor lauter Aufregung zu hastig oder zu leise vorzulesen. Kleine Versprecher sind nicht tragisch; lass dich dadurch nicht aus dem Konzept bringen.
- Gewinnen und in die nächste Runde aufsteigen wollen natürlich alle. Es kann aber immer nur einen ersten Platz geben – und sei es noch so knapp. Selbst wenn du vielleicht über das Ergebnis enttäuscht bist: Auch für die Jury gelten klare Richtlinien bei der Bewertung, und jedes Mitglied vergibt seine Punkte unabhängig.
- Der Vorlesewettbewerb ist kein Leistungswettkampf, was zählt ist: Bücher erleben! Dabei sein, mitmachen und Spaß haben beim bundesweit größten Lesewettstreit!
Es interessiert uns natürlich, welche Erfahrungen du beim Vorlesewettbewerb in der Schule und bei weiteren Entscheiden machst. Wir freuen uns über jeden Brief und jede E-Mail!
Vorlese-Tipps zum Hören
Die Kolleg*innen von Radiomikro – dem Kinderradio des Bayrischen Rundfunks – haben Tipps zum Vorlesen gesammelt: Von der Auswahl des richtigen Buches bis zum Auftritt kannst du dich zusammen mit Harry Haspel vorbereiten.
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